Die Schlussfolgerung, dass die Belegschaft in zehn Jahren zehn Jahre älter ist, gilt ausschließlich für die Mitarbeiter, die heute schon im Unternehmen sind und dann noch im Unternehmen sein werden. Das Durchschnittsalter der Belegschaft dürfte davon aber erheblich abweichen. Das tatsächliche Durchschnittsalter und die Altersstruktur hängen auch von der Fluktuationsquote ab und davon, in welchen Altergruppen wieder Mitarbeiter eingestellt werden.
Daher ist es unverzichtbar, bei der Prognose der zukünftigen Altersstruktur neben der aktuellen Altersstruktur auch die Fluktuations- und Wiedereinstellungsquote zu berücksichtigen. Wichtig ist dabei, dass die Fluktuations- und Wiedereinstellquoten sich je Altersgruppe unterscheiden und über den Prognosezeitraum verändern können. Denn in acht Jahren wird es deutlich weniger Jugendliche geben als heute, d.h. die Wiedereinstellungen werden in der Regel in höheren Altersstufen erfolgen als heute. Abb. 1 und 2 zeigen die Entwicklung der Altersstruktur bzw. des Altersdurchschnitts bei geringer Fluktuation, Abb. 3 und 4 bei hoher Fluktuation. Die Differenz des Altersdurchschnitts liegt immerhin bei fast drei Jahren über die gesamte Belegschaft, bei gleichzeitig deutlich veränderter Altersstruktur. Abb. 1 im Vergleich zu Abb. 3 zeigt auch, dass es ebenfalls davon abhängt, inwieweit sich die Prognoseparameter im Laufe der Prognose ändern. Während in Abb. 1 ab 2019 die Kurve flacher wird, wird sie in Abb. 3 sogar noch steiler.
|
 |
|
Abb. 1: Entwicklung Altersdurchschnitt bei geringer Fluktuation (Quelle: Demografie Plus) |
Abb. 2: Entwicklung Altersstruktur bei geringer Fluktuation (Quelle: Demografie Plus) |
 |
 |
|
Abb. 3: Entwicklung Altersdurchschnitt bei hoher Fluktuation (Quelle: Demografie Plus) |
Abb. 4: Entwicklung Altersstruktur bei hoher Fluktuation (Quelle: Demografie Plus) |
Neben einem wesentlich komplexeren und damit auch realitätsnäheren Prognosemodell für die Altersstruktur berechnet bzw. prognostiziert Demografie Plus® auch noch folgende Kennzahlen:
- Entwicklung der Krankheitsquote (siehe auch Frage 2)
- Entwicklung der Krankheitskosten (siehe auch Frage 2)
- Entwicklung der Vorruhestandskosten (Altersteilzeit und Zeitwertkonten im Vergleich, siehe auch Frage 2)
- Wertentwicklung ggf. einzuführender Zeitwertkonten (siehe auch Frage 4)
- Dauer der Freistellungsphase eines Vorruhestandsmodells, die durch Zeitwertkonten finanziert werden könnte
zurück zur Hauptseite Demografieanalyse |
|
|